Marketing-News, 17. September 2026: Telegram Ads startet Werbung in Bots mit Targeting

Telegram hat Werbung innerhalb von Bots mit Zielgruppeneinstellung geöffnet, unter anderem über die eigene Telefonnummernliste. Dazu: Werbung in ChatGPT steht ungekennzeichnet mitten in der Antwort, und Google warnt, dass die durchschnittliche Position in der Search Console bald keine verständliche Metrik mehr ist.
Thema des Tages: Telegram Ads bekommt das Format Banner in Bot mit Targeting nach Soziodemografie, Kanälen und eigener Nummernliste
Am 16. September 2026 ist in Telegram Ads, dem offiziellen Werbekonto des Messengers auf ads.telegram.org, das neue Format Banner in Bot aufgetaucht. Die Anzeige läuft innerhalb eines Telegram-Bots: nicht in einem Kanal, nicht in der Suche, sondern im Dialog zwischen Mensch und Bot. Impressionen in Bots konnte man im Konto auch vorher kaufen, aber ohne Zielgruppeneinstellung: Man zahlte für Impressionen und bekam die, die in den Bot kamen. Jetzt wird die Zielgruppe von Hand zusammengestellt.
Das Format sitzt im Bereich Users ("Nutzer"). Einstellen lässt sich die Auslieferung nach soziodemografischen Merkmalen, nach Abos konkreter Kanäle und nach der eigenen Telefonnummernliste. Die Anzeige selbst ist rein textlich: Text, Logo und ein Custom-Emoji, kein Foto, kein Video. Ausgeliefert wird in Bots mit bis zu 1,000 Nutzern pro Monat. Über das Format hat ppc.world am 16. September 2026 berichtet, Erstquelle der Nachricht ist AdIndex vom 15. September 2026.
Der Preis entspricht der Werbung mit Nutzer-Targeting, also dem bekannten Target Users, und startet bei €0,60. Die Zahl sieht unterschiedlich aus, je nachdem, womit man vergleicht: Der Mindest-CPM für Kampagnen in Kanälen, Bots und der Suche war davor von €0,15 auf €0,75 erhöht worden.
Für alle, die werben, ist das nach den Kanälen der zweite legale Weg, innerhalb von Telegram eine enge Zielgruppe zu erreichen. Der Upload der eigenen Nummernliste ändert das Szenario komplett: Man kann Leute nachfassen, die schon etwas gekauft oder den Support angeschrieben haben, und zwar im Messenger, nicht per Mail, die niemand öffnet.
Testen würde ich mit kleinem Budget und einem engen Segment. Das Format ist textlich, tragen müssen also Angebot und erste Zeile, ein Bild, das Aufmerksamkeit hält, gibt es hier nicht. Und im Kopf behalten: Ein Bot ist fremdes Terrain mit fremdem Kontext, der Mensch ist dort für etwas anderes.
Weitere News vom 17. September 2026
ChatGPT ist der Chatbot von OpenAI, die Werbung darin hat OpenAI im August 2026 in 30+ Ländern Europas gestartet, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark und die Niederlande, später kamen Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea dazu. Angezeigt wird Werbung nur im kostenlosen Tarif. Gebaut ist das auf zwei Wege: Produktempfehlungen mit Links und Preisen stecken direkt in der Antwort des Modells und sind nicht als Werbung markiert, dazu steht am Ende der Antwort ein separater Werbeblock, der auf die Seite des Werbetreibenden führt. Das Geo wird über die IP bestimmt, wer also über VPN sitzt, bekommt zur Frage nach Katzenfutter eine Tierklinik aus einem anderen Land. Praktischer Schluss für Werbetreibende: Traffic und Bestellungen aus solchen Antworten kommen teils aus Ländern, die man nicht eingekauft hat.
Google Ads ist das Werbesystem von Google, und Spend benchmarks ist ein Bericht im Bereich Account "Overview", der die Ausgaben des Kontos zeigt. Früher gab er nur den Vergleich mit deiner eigenen Entwicklung her, jetzt zeigt er, ob du mehr, weniger oder genauso viel ausgibst wie vergleichbare Werbetreibende: Den Vergleich baut Google nach Branche und Geografie der Auslieferung. In dem Beispiel, das der Spezialist Thomas Eccel auf LinkedIn gepostet hat, lagen die Kontoausgaben in einer Woche bei €284 gegen €268 bei ähnlichen Unternehmen, dabei 912 Klicks gegen 765. Der Punkt, den der Bericht nicht zeigt: Unternehmen einer Branche haben unterschiedliche Margen, Conversion-Raten und Warenkorbwerte. Der Benchmark ist also ein Anlass, die eigenen Zahlen aufzumachen und zu prüfen, kein Anlass, das Budget zu erhöhen, weil der Nachbar mehr ausgibt.
Das Merchant Center ist das Konto, in das Shops ihren Produktfeed für die Auslieferung in Google Shopping und in Produktanzeigen laden. Der Bericht AI performance insights, der zeigt, wie Produkte in Antworten mit KI laufen, ist offiziell allgemein verfügbar in Australien, Kanada, Indien, Neuseeland und den USA: Faktisch war der Rollout zwei Wochen früher aufgefallen, nur ohne Ankündigung. Außerdem wurde die Integration mit dem Universal Commerce Protocol vereinfacht, dem Protokoll für den Kaufabschluss innerhalb der Google-Oberflächen: Verfügbar sind die Übergabe des Warenkorbs an die Shop-Seite, die Bestellung direkt in Google, die Verknüpfung von Nutzer-IDs, dazu gibt es eigene Analytics zu diesen Käufen. Freigeschaltet wird schrittweise, die USA, Australien und Kanada bekommen das Anfang 2027. Google rät Shops dabei, das Attribut für den Video-Link und die konversationellen Attribute zu füllen sowie Daten aus dem Loyalty-Programm anzubinden.
Ein Cashtag ist ein Format in X aus Dollarzeichen und Tickersymbol im Text eines Posts, im April 2026 wurde dazu eine Karte mit Marktdaten ergänzt. Aus dieser Karte geht es jetzt zum Broker, wo man nach Login in das eigene Konto Wertpapiere und Kryptowährungen kauft oder verkauft. Partner zum Start sind Interactive Brokers, Moomoo, Gemini, Kraken und Coinbase, die Funktion läuft für Nutzer in den USA. Das ist die Fortsetzung der Finanzlinie von X: Die Zahlungen über X Money laufen in den USA bereits und sind seit September 2026 der einzige Weg für Auszahlungen an Creator. Wer Finanzprodukte bewirbt oder Content über Märkte macht, hat damit einen Weg vom Post zum Abschluss ohne Verlassen der App, der Post wird also zum Verkaufspunkt, nicht nur zum Aufmerksamkeitspunkt.
Die Search Console ist das kostenlose Konto für Seitenbetreiber, in dem Impressionen, Klicks und die durchschnittliche Position von Seiten in der Google-Suche zu sehen sind. Laut Mueller werden sich die Metriken zu Positionen und Impressionen zusammen mit den Produkten selbst entwickeln: separat für die normale Suche, separat für den Block AI Overviews, also die Zusammenfassung, die die KI über den Ergebnissen schreibt, und separat für AI Mode, den Suchmodus, in dem die Antwort komplett von der KI kommt. Google hatte schon vorher gesagt, dass sich die Positionen 1 bis 10 schwer mit dem abgleichen lassen, was ein Mensch tatsächlich auf dem Bildschirm sieht, jetzt geht es um das Reporting selbst. Was das praktisch bedeutet: Historische Reihen zur durchschnittlichen Position können zwischen Zeiträumen unvergleichbar werden, und Reports der Art "war 8,4, ist jetzt 6,1" verlieren ihren Sinn. Was genau und wann sich ändert, hat Google nicht gesagt.
Aktuell öffnet der Klick auf ein Produktergebnis in der Google-Suche ein Seitenpanel von Google mit Produktdetails, Preisen und einer Händlerliste, und erst von dort geht der Mensch zum Händler. Im Test verschwindet dieses Panel, der Sprung geht direkt auf die Seite des Shops oder Händlers. Bei Bing, der Suchmaschine von Microsoft, lebten Produktfilter bisher vor allem im Shopping-Tab, im Test erscheinen sie links im normalen Tab bei Produktanfragen, wodurch die Seite dem normalen Tab von Google ähnlich wird. Beide Änderungen gehen in eine Richtung: Der Weg zum Warenkorb ist kürzer, und einen Teil der Auswahl trifft der Mensch noch vor dem Klick. Es sind Tests, Termine und Reichweite sind nicht angekündigt.
Eine Kollaboration in Instagram ist eine gemeinsame Veröffentlichung von Marke und Creator, die in den Feeds beider Konten erscheint. Laut der Untersuchung liefern solche Posts, die von der Creator-Seite veröffentlicht werden, bessere Ergebnisse als normale Markenposts und als Kollaborationen, bei denen die Marke die veröffentlichende Seite ist. Konkrete Prozentwerte und die Stichprobengröße stehen in der Zusammenfassung nicht. Für alle, die Creator-Kooperationen einkaufen, ist der Schluss einfach und kostenlos: Zu besprechen ist nicht nur der Inhalt des Posts, sondern auch, von welchem Konto er ausgeht. Das ist ein Punkt in der Absprache, der nichts kostet und den normalerweise niemand anspricht.
Es geht um Business-Konten im Messenger, über die Unternehmen Kunden antworten. Nach Beschreibung des Mediums können Marken das Profil ihres Agenten und typische Antworten jetzt ohne tiefe Programmierkenntnisse einrichten, während so eine Integration früher Entwicklerarbeit brauchte. Für alle, die im Chat verkaufen, geht es um Antworten rund um die Uhr ohne eigene Support-Schicht. Wichtig vor dem Start: Der Agent antwortet mit deiner Stimme auf alle Fragen, inklusive Preisen und Lieferzeiten, Szenarien und Antwortgrenzen muss man also selbst schreiben. Preise, Limits und eine Liste unterstützter Dienste stehen in der Meldung nicht.
Snap ist das Unternehmen hinter Snapchat, die Spectacles hatte es vorher nur als Gerät für Entwickler gezeigt. Jetzt geht es um ein Verbrauchermodell: Preis rund 2,200 Dollar, Blickfeld 51 Grad, wobei das Medium direkt die Frage stellt, ob es bei normalen Käufern überhaupt Nachfrage nach so einem Gerät gibt. Für Marketer ist das potenziell eine neue Fläche für AR-Effekte, die in Snapchat seit Jahren als Werbeformat verkauft werden. Details zur Verfügbarkeit nach Ländern und zu Werbemöglichkeiten in der Brille gibt es noch nicht, Budgets betrifft das heute also nicht.
Was damit zu tun ist: für Werbetreibende, Creator und Shop-Betreiber
- Werbetreibende: Banner in Bot in Telegram Ads mit kleinem Budget auf ein enges Segment testen. Das Format ist textlich, die ganze Arbeit steckt also im Angebot und in der ersten Zeile, und die hochgeladene Nummernliste gibt die Chance, schon warme Leute nachzufassen.
- Shop-Betreiber: Den Feed im Merchant Center aufmachen, das Attribut für den Video-Link und die konversationellen Attribute füllen, Daten aus dem Loyalty-Programm anbinden. Wer in die USA, nach Kanada, Australien, Indien oder Neuseeland verkauft, sollte in den Bericht AI performance insights schauen.
- In Google Ads: Spend benchmarks anschauen, die Budgetentscheidung aber nach eigener Marge und eigener Conversion treffen, nicht danach, dass vergleichbare Werbetreibende €16 pro Woche mehr ausgeben.
- Seitenbetreiber: Die durchschnittliche Position aus der Search Console aus den regelmäßigen Reports nehmen und die Bewertung auf Klicks, Impressionen und Geld umstellen. Google sagt selbst, dass sich die Metrik ändern wird.
- Wer Werbung bei Creatorn in Instagram einkauft: Vereinbaren, dass der gemeinsame Post vom Creator veröffentlicht wird und die Marke als Co-Autor läuft.
Das Interessanteste im heutigen Set sind nicht die Formate, sondern die Richtung: Werbung drängt dorthin, wo der Mensch keine Werbung erwartet, sondern eine Antwort. In den Bot, in die Antwort des Modells, in die Karte mit dem Aktienkurs. Das eine vom anderen zu unterscheiden, wird zur Arbeit des Lesers selbst.


