Marketing-News, 9. Oktober 2026: Google hat das Spam-Update vom September abgeschlossen

Google hat das Spam-Update vom September abgeschlossen. Es lief fast 2 Wochen statt der üblichen 2 Tage, und gleichzeitig haben Berater mehr manuelle Maßnahmen bemerkt. OpenAI hat GPT-6 für kostenlose ChatGPT-Nutzer freigegeben, und YouTube lässt ab 21. Oktober Online-Casinos auf das größte Banner seiner Startseite.
Thema des Tages: Google hat das Spam-Update vom September abgeschlossen und bestraft Websites häufiger von Hand
Am 8. Oktober 2026 hat Google mitgeteilt, dass das Spam-Update vom September vollständig ausgerollt ist. Ein Spam-Update ist eine Änderung am Algorithmus, die Websites herabstuft, die gegen die Spam-Richtlinien von Google verstoßen. Der Eintrag erschien im Google Search Status Dashboard, der Statusseite der Suche, um 01:37 Uhr pazifischer Zeit: "The rollout was complete as of October 8, 2026". Normalerweise sind solche Updates in 2 Tagen durch. Dieses lief fast 2 Wochen.
Wann genau das Update begann, wird unterschiedlich gezählt. Search Engine Roundtable rechnet ab 12:00 Uhr Eastern Time am 28. September 2026 und setzt das Ende auf 4:37 Uhr Eastern Time am 8. Oktober. Relevant Audience nimmt den 24. September als Start und kommt auf 13 Tage und 16 Stunden. Für die Prüfung Ihrer eigenen Website nehmen Sie das frühe Datum. Wer ab dem 28. September rechnet, schiebt die ersten 4 Tage der Schwankungen in den "ruhigen" Zeitraum und verwässert den Vergleich.
Wie stark die Suchergebnisse durchgeschüttelt wurden, zeigen Daten des Dienstes Diib, die Search Engine Journal zitiert hat. Auf 32,569 Websites sank der mediane Anteil der Besuche aus der organischen Google-Suche von 34% auf 31%, das sind Daten vom 24. und 26. September 2026. Der Unterschied beträgt 3 Prozentpunkte. Für eine typische Website aus der Stichprobe heißt das, dass der organische Anteil um etwa 9% gegenüber vorher geschrumpft ist.
Am selben Tag, dem 8. Oktober, gab es Berichte, dass Google häufiger manuelle Maßnahmen verhängt. Eine manuelle Maßnahme ist eine Strafe, die ein Google-Mitarbeiter gegen eine Website verhängt, nicht der Algorithmus. Die Beraterin Marie Haynes schrieb, dass sie jetzt "mehrere pro Woche" Anfragen zur Hilfe bei manuellen Maßnahmen bekommt, während es früher fast keine gab. Es gibt drei Gründe: dünner Content, reiner Spam und massenhaft generierte Inhalte. Der dritte Punkt erinnert unangenehm daran, wie viele Websites gerade mit Hilfe von KI befüllt werden.
Eine gute Nachricht gibt es: Weitere Wellen dieses Updates kommen nicht, und der Traffic lässt sich sauber vorher und nachher vergleichen. Vergleichen Sie den organischen Google-Traffic der 2 Wochen vor dem 24. September mit den 2 Wochen nach dem 8. Oktober. Wenn es einen Einbruch gibt, öffnen Sie in der Search Console zuerst den Bereich manuelle Maßnahmen. Algorithmus und Google-Mitarbeiter bestrafen unterschiedlich, und auch die Folgen muss man unterschiedlich beheben.
Weitere News vom 9. Oktober 2026
ChatGPT, der Chatbot von OpenAI, hatte die neue Modellgeneration GPT-6 bisher nur zahlenden Abonnenten gegeben. Jetzt bekommen sie die Tarife Free und Go, sie laufen auf der Version GPT-6 Luna. Die kostenpflichtigen Tarife Enterprise, Business, Pro und Plus laufen auf GPT-6 Sol und haben das Update einen Tag früher im Tab Chat erhalten. Mit dem Modell kam das Format Intelligent UI: Statt Fließtext können in der Antwort Buttons, Diagramme, Formulare oder ein kleines Arbeitswerkzeug erscheinen. Laut OpenAI beginnt GPT-6 Instant bei Fragen mit Websuche im Schnitt 44% früher zu antworten als GPT-5.6 Instant. ChatGPT nutzen mehr als 1.2 Mrd. Menschen pro Woche. Die KI zeichnet jetzt selbst Vergleiche und Tabellen, und Daten übernimmt sie leichter von Websites, auf denen Preise, Eigenschaften und Produktvergleiche in Tabellen und Listen stehen, statt über Absätze verstreut zu sein.
UGC sind Inhalte, die Nutzer selbst erstellen: Beiträge und Diskussionen in Foren. Bisher fand Google solche Seiten vor allem über das normale Crawling, wenn der Bot sie erreichte. Jetzt übermitteln zugelassene Plattformen Inhalte und Interaktionssignale direkt. Die Bedingungen sind streng. Inhalte müssen so schnell wie möglich geschickt werden, idealerweise innerhalb weniger Minuten nach der Veröffentlichung, und die Interaktionszähler müssen 72 Stunden lang regelmäßig aktualisiert werden. Die Seiten müssen öffentlich sein: Inhalte, für die man sich anmelden oder bezahlen muss, sind ausgeschlossen. Technisch braucht man OAuth 2.0, JSON-LD und Markup wie DiscussionForumPosting. Eine Antwort auf den Antrag verspricht Google innerhalb von 6 bis 8 Wochen, die Aufnahme in die Suchergebnisse garantiert es nicht. Betreibern von Foren und Communitys gibt das die Chance, in der Suche aufzutauchen, solange die Diskussion noch frisch ist.
AI Max ist ein Paket von KI-Einstellungen für Suchkampagnen in Google Ads: Google erweitert selbst die Suchanfragen und schreibt selbst die Anzeigentexte. Bisher sah man die generierten Überschriften und Beschreibungen erst, nachdem die Texteinstellung eingeschaltet war. Jetzt reicht es, die finale URL einzugeben: Google analysiert die Landingpage und zeigt in etwa 30 Sekunden bis zu 10 Beispiele für KI-Überschriften und Beschreibungen. Die Vorschau liegt im Bereich Asset optimization und ist beim Anlegen einer Suchkampagne und beim Bearbeiten einer bestehenden verfügbar. Sie funktioniert in allen Sprachen, in denen es die Texteinstellung gibt, und in den meisten Branchen, außer bei Inhalten für Erwachsene. Berichtet hat Search Engine Land. Einschränkung: Das sind Beispiele, und Google zeigt in der Werbung nicht unbedingt genau diese. Aber wenn die KI in den Beispielen einen Rabatt verspricht, den es nicht gibt, liest sie genau das von der Seite ab.
Das Werkzeug ist für Retail Media gedacht. So nennt man Werbung, die Marken bei Händlern und Marktplätzen kaufen und die auf deren Kundendaten beruht. Jetzt kann ein Händler oder Marktplatz seine Zielgruppensegmente an Marken und Verkäufer weitergeben, die passende Retail-Media-Kampagnen laufen haben. Dazu verknüpft der Händler sein Google-Ads-Konto mit den betreffenden Merchant-Center-Konten und Datenaustauschkonten, und beide Seiten müssen die Anforderungen von Google erfüllen. Die Marke sieht die Namen der Segmente, Kundentypen und Conversion-Daten. Die wichtigste Einschränkung: Solche Zielgruppen funktionieren nur in Kampagnen des commerce media network. In der normalen Suche, Shopping und Performance Max lassen sie sich nicht einbinden. Berichtet hat Search Engine Land.
Ein Experiment in Google Ads ist ein A/B-Test: Ein Teil des Kampagnentraffics geht an eine geänderte Version, danach werden beide Versionen verglichen. Bisher wertete man die Ergebnisse von Hand anhand der Kennzahlentabelle aus. Jetzt gibt es im Tab Summary ein KI-Panel: die Ziele des Experiments, 2 zentrale Erkenntnisse mit Empfehlungen und 3 vorgeschlagene Fragen, die den Assistenten Ask advisor öffnen. Nebenbei hat Google präzisiert, was beim Übernehmen von Performance-Max-Experimenten passiert, also bei automatischen Kampagnen über alle Google-Plattformen. Bei Migrationsexperimenten wandert der Traffic komplett zu Performance Max. Bei Optimierungsexperimenten werden die getesteten Einstellungen dauerhaft übernommen. Bei benutzerdefinierten Experimenten wählt man die Gewinnerversion von Hand. Das entscheidende Wort ist "dauerhaft": Schauen Sie sich vor dem Klick auf Übernehmen die Ausgangszahlen an, nicht nur die 2 Erkenntnisse der KI. Berichtet hat Search Engine Land.
Die erste Änderung betrifft die Conversion-Pfade, also die Kette der Werbekontakte bis zum Kauf. Dort erscheinen jetzt Videoimpressionen, markiert mit einem Augensymbol. Bisher wurden Videos in diesen Pfaden nur über Aufrufe berücksichtigt. Die zweite Änderung: Die neue Karte Performance by stage teilt die Kennzahlen in 3 Trichterstufen auf: Bekanntheit, Erwägung und Handlung. Sie enthält Impressionen, CPM, also den Preis für 1,000 Impressionen, Frequenz, Aufrufe und die Abschlussrate von Videos. Wenn Studien zu Brand Lift, Search Lift und Conversion Lift eingerichtet sind, fließen auch deren Daten in die Karte ein. Die Einschränkungen: Videoimpressionen werden in den Pfaden nur für geeignete Web-Conversions gezählt, und aus Google Analytics 4 importierte Conversions werden nicht berücksichtigt. Wer seine Ergebnisse über GA4 misst, bekommt in der neuen Übersicht ein unvollständiges Bild. Berichtet hat Search Engine Land.
Bisher war das Masthead für Sportwetten offen, für die meisten anderen Arten von Online-Glücksspiel aber gesperrt. Google hat die Ankündigung am 7. Oktober veröffentlicht, am 8. Oktober hat Search Engine Land darüber berichtet. Werbetreibende müssen nach den Google-Richtlinien für Glücksspiele zertifiziert sein, die Gesetze einhalten sowie geografische und Altersbeschränkungen beachten. Wer Inhalte über Glücksspiel bewirbt, aber nicht unter die staatliche Lizenzpflicht für Glücksspielanbieter fällt, bleibt weiterhin ausgeschlossen. Für alle anderen Werbetreibenden heißt das, dass es um den sichtbarsten Platz auf YouTube mehr Konkurrenz geben wird. Wenn Sie das Masthead für Ende Oktober geplant hatten, rechnen Sie damit, dass jetzt auch Casinos um diesen Platz mitbieten.
Über AdMob verdienen Entwickler Geld, indem sie Werbung in ihren Apps zeigen. Betroffen waren Interstitial-Videoanzeigen, die den ganzen Bildschirm bedecken. Das Video lädt nicht, stattdessen ist ein schwarzer Bildschirm zu sehen, der Schließen-Button reagiert nicht, und der Nutzer kommt nicht zurück in die App. Das Problem tritt sowohl unter iOS als auch unter Android auf. Google sagt, dass es noch keinen Workaround gibt, die App muss zwangsweise beendet werden, ein Termin für die Behebung wurde nicht genannt. Berichtet hat Search Engine Land. Wer im schwarzen Bildschirm festsitzt, gibt nicht Google die Schuld, sondern der App. App-Betreiber sollten Deinstallationen und neue Bewertungen im Blick behalten und den Anteil an Interstitial-Videos während der Störung womöglich senken.
Merchant Center ist das Konto, über das Onlineshops ihre Produkte in Google Shopping und Produktanzeigen hochladen. Die neue Formulierung lautet: Ein solches Produkt kann "statt aktualisiert abgelehnt werden, wenn eine Abweichung festgestellt wird". Bisher stand diese Warnung nicht in der Hilfe. Als Abweichung gilt in der Regel ein Unterschied zwischen dem Feed, also der Produktdatei für Google, und der Website, etwa beim Preis oder bei der Verfügbarkeit. Bemerkt hat die Änderung Search Engine Roundtable. Am stärksten betrifft das Shops mit dynamischen Preisen, bei denen der Preis mehrmals am Tag neu berechnet wird. Wenn der Feed der Seite hinterherhinkt, riskiert das Produkt, aus der Ausspielung zu fallen. Gleichen Sie Preis und Verfügbarkeit in Feed und auf der Seite nach jeder Änderung ab, nicht einmal pro Tag.
Ein Karussell ist ein Beitrag aus mehreren Slides. Bisher arbeitete Edits nur mit Videos. Jetzt lassen sich Fotos, Videos und Text auf einer Arbeitsfläche zusammenstellen und mit den Werkzeugen der App bearbeiten. Das fertige Karussell kann man direkt auf Instagram veröffentlichen oder für andere Plattformen herunterladen. Die Funktion gibt es vorerst nur in der iOS-Version, auf Android kommt sie später. Zuerst berichtete Social Media Today am 7. Oktober, am 8. Oktober griffen Storyboard18 und Social Samosa die Nachricht auf. Für Creator heißt das, dass sich Videos und Karussells jetzt in einer App und in einheitlichem Stil produzieren lassen.
Was Websitebetreiber, Werbetreibende und Shops jetzt tun sollten
- Sobald 2 Wochen nach dem 8. Oktober vorbei sind, also bis zum 22. Oktober, vergleichen Sie den Google-Traffic mit den 2 Wochen vor dem 24. September. Öffnen Sie schon jetzt in der Search Console den Bereich manuelle Maßnahmen.
- Bevor Sie die Texteinstellung in AI Max einschalten, öffnen Sie die Vorschau und prüfen alle 10 Beispiele. Achten Sie auf ungenaue Versprechen, fremde Preise und Formulierungen, die nicht nach Ihrer Marke klingen.
- Betrachten Sie die KI-Erkenntnisse in den Experimentberichten von Google Ads als Hinweis und gleichen Sie sie mit den Ausgangszahlen ab, besonders bevor Sie Optimierungsexperimente in Performance Max übernehmen. Denken Sie bei der Trichterkarte daran, dass Conversions aus GA4 dort nicht gezählt werden.
- Wenn Sie ein Forum oder eine Community mit großem Publikum betreiben, prüfen Sie, ob Sie für das UGC Fresh Data Program in Frage kommen: Nötig sind öffentliche Seiten mit stabilen Adressen und Markup vom Typ DiscussionForumPosting oder SocialMediaPosting. Stellen Sie den Antrag mit Puffer, auf die Antwort warten Sie 6 bis 8 Wochen.
- Shops, deren Preise sich häufiger als 1 Mal am Tag ändern, sollten eine Prüfung einrichten, dass Feed und Produktseite nach jeder Änderung übereinstimmen.


